
Bauwerk über der Bahnstrecke verschwindet – 238.000 Euro für Abriss und Ingenieurleistungen vorgesehen – Eine neue Brücke gilt derzeit als unwahrscheinlich
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HETZBACH. Ein vertrautes Bauwerk verschwindet aus dem Ortsbild von Hetzbach. Die Brücke über die Bahnstrecke wird derzeit abgerissen. Die Arbeiten sind bereits weit fortgeschritten. Damit geht eine Verbindung verloren, die über viele Jahre zum örtlichen Wegenetz gehörte.

Die Brücke im Bereich der Brückenstraße führte über die Bahnlinie und verband den Ort mit dem Wegenetz auf der gegenüberliegenden Seite der Gleise. Sie wurde unter anderem von Fußgängern auf dem Weg in Richtung Friedhof sowie von Wanderern genutzt.

Früher war die Brücke auch mit Fahrzeugen befahrbar. Diese Nutzung war allerdings schon seit längerer Zeit nicht mehr möglich. Fußgänger und Radfahrer nutzten die Verbindung dagegen noch bis unmittelbar vor Beginn der jetzigen Arbeiten.
Zustand machte Sicherungsmaßnahmen erforderlich
Bereits im September 2025 beschäftigte der Zustand der Brücke die Stadt Oberzent. In einer Niederschrift wird das Bauwerk damals als gesperrte Fußgängerbrücke bezeichnet. Zudem heißt es dort, die Brücke habe vorsorglich eingenetzt werden müssen, damit keine Teile auf die Bahnstrecke fallen können. Ein Abriss wurde bereits zu diesem Zeitpunkt in Betracht gezogen. Ungeachtet dessen war die Brücke bis unmittelbar vor Beginn der jetzigen Arbeiten weiterhin zu Fuß und mit dem Fahrrad passierbar.
Für das Oberdorf war sie insbesondere eine wichtige Verbindung zum Friedhof. Als Ausweichstrecke bleibt der Durchlass am Kutschenweg. Dieser ist unbeleuchtet und bietet Fußgängern bei Begegnungen mit Autos oder landwirtschaftlichen Fahrzeugen nur eingeschränkte Ausweichmöglichkeiten. Auch bei größeren Beerdigungen hatte die Brücke praktische Bedeutung: Besucher konnten die Parkplätze an der Krähberghalle nutzen und von dort über den Fußweg und die Brücke in Richtung Friedhof gelangen.

Inzwischen ist der Abriss weit fortgeschritten. Die seitlichen Brüstungen sind bereits größtenteils entfernt und die Oberfläche der Brücke ist für den weiteren Rückbau freigelegt. Das aktuelle Bild zeigt, wie stark sich das Bauwerk innerhalb kurzer Zeit bereits verändert hat.
238.000 Euro für den Abriss vorgesehen
Der Abriss ist auch finanziell bereits berücksichtigt. Im Entwurf des Doppelhaushalts 2026/2027 der Stadt Oberzent sind für den Abriss der Hetzbacher Brücke einschließlich der erforderlichen Ingenieurleistungen 238.000 Euro vorgesehen.
Dabei handelt es sich um einen Haushaltsansatz. Wie hoch die tatsächlichen Kosten nach Abschluss der Arbeiten ausfallen werden, lässt sich daraus noch nicht ableiten.
Neue Brücke gilt als unwahrscheinlich
Mit dem Abriss fällt eine über viele Jahre bestehende Verbindung über die Bahnstrecke weg. Ob an dieser Stelle künftig wieder eine Brücke entstehen wird, ist derzeit offen. Konkrete Planungen für einen Ersatzneubau sind bislang nicht bekannt. Nach dem gegenwärtigen Stand muss daher zumindest auf absehbare Zeit davon ausgegangen werden, dass die bisherige Querungsmöglichkeit entfällt.
Damit verliert Hetzbach eine wichtige Verbindung für Fußgänger und Radfahrer. Zugleich verschwindet mit der alten Brücke ein Stück des vertrauten Ortsbildes.
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