Realistisch bleiben. Klassenerhalt sichern. Weiterentwickeln.

Nach dem Aufstieg kam der sechste Platz. Der SV Gammelsbach hat geliefert – und bleibt trotzdem auf dem Boden. In unserer Serie zur neuen Saison heute im Porträt: ein Verein, der weiß, was er kann.

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Zweites Jahr in der A-Liga

Der SV Gammelsbach startet in seine zweite Saison in der A-Liga Odenwald. Nach dem Aufstieg im Jahr 2024 spielte die Mannschaft eine starke erste Runde. 47 Punkte und Tabellenplatz sechs waren das Ergebnis einer soliden, geschlossenen Mannschaftsleistung. Für die neue Runde ist die Richtung klar.

„Der Klassenerhalt steht über allem“, sagt Teammanager Thomas Gruber. „Wir nehmen uns nicht mehr vor, als wir realistisch erreichen können. Schön wäre es, wenn wir früh genug sicher sind und die Saison ohne Druck zu Ende spielen können.“

Erfahrungen aus dem ersten Jahr

In der vergangenen Saison profitierte Gammelsbach davon, dass viele Gegner den Aufsteiger unterschätzten. Dieser Effekt wird sich in der neuen Runde nicht wiederholen.

„Im ersten Jahr nimmt man uns vielleicht noch nicht ganz ernst“, sagt Gruber. „Jetzt ist klar, wie wir auftreten. Das zweite Jahr wird deutlich schwieriger.“

Mit Hummetroth II und dem FV Erbach steigen zwei Mannschaften auf, die in der B-Klasse nahezu durchmarschiert sind. Beide treten mit klarem Plan und gutem Fundament an. Aus der Kreisoberliga kommt die SG Sandbach hinzu – ein Verein mit Erfahrung und Ambitionen, der den sofortigen Wiederaufstieg nicht aus den Augen verlieren dürfte. Die Liga ist damit sportlich gewachsen, in Breite wie in Spitze.

Ein Platz im Mittelfeld reicht aus

Die Erwartungen im Verein bleiben bewusst zurückhaltend. „Ankommen im Mittelfeld und möglichst sorgenfrei durch die Runde kommen. Damit wären wir absolut zufrieden“, sagt Gruber. „Wenn es weiter nach oben geht, ist das schön. Aber es ist keine Vorgabe.“

Zugänge mit Augenmaß

Zur neuen Saison stoßen Sebastian Karb vom TV Hetzbach und Haydar Firat von Türkspor Beerfelden zum Kader. Dazu kommen ein bis zwei Spieler aus der A-Jugend. Diese sollen weiterhin in ihrer Altersklasse spielen, aber punktuell bei den Aktiven mittrainieren.

„Der Fokus liegt auf der Jugend. Sie sollen sich entwickeln und nicht einfach nach oben geschoben werden, nur weil Plätze frei sind“, sagt Gruber.

Konstanz auf der Trainerposition

Kevin Ihrig bleibt Cheftrainer des SV Gammelsbach. Die Verantwortlichen sind sehr zufrieden mit seiner Arbeit, besonders im Umgang mit einer jungen Mannschaft. Auch innerhalb des Teams genießt er großes Vertrauen. „Kevin weiß, wie man mit einer jungen Truppe umgeht. Er bringt Ruhe rein, gibt Orientierung und bleibt dabei klar in der Ansprache“, so Gruber.

Auch im Betreuerteam bleibt alles wie bisher. Das Team ist eingespielt, kennt Verein und Umfeld genau. Der SV Gammelsbach setzt bewusst auf Stabilität – auf und neben dem Platz.

Derbys, die fehlen, wenn sie nicht da sind

Seit dem Aufstieg gibt es für den SV Gammelsbach wieder echte Derbys. Für Gruber ein zentraler Punkt. „In der C- und B-Klasse hat das ganz klar gefehlt. Spiele gegen Mannschaften aus der Umgebung sind etwas Besonderes. Man kennt sich, man will sich messen. Für uns sind das die schönsten Spiele. Auch wirtschaftlich machen sie einen Unterschied.“

Blick auf die Oberzent

Langfristig wünscht sich Gammelsbach, dass auch der SV Beerfelden und der TV Hetzbach wieder in der A-Liga spielen.

„Wenn alle Oberzent-Vereine in einer Liga spielen, wäre das sportlich wie organisatorisch sinnvoll. Niemand wird sich auf Dauer in der Kreisoberliga halten. Die A-Liga passt besser zu den Gegebenheiten bei uns“, sagt Gruber.

Jugendarbeit mit Herausforderungen

Im Jugendförderverein ist die Lage angespannt. Derzeit werden B-Jugendliche hochgezogen, um eine spielfähige A-Jugend zu ermöglichen. Im kommenden Jahr könnte es genau umgekehrt aussehen.

„Wir brauchen dauerhaft stabile A- und B-Jugenden. Nur so kann jeder Verein regelmäßig eigene Spieler übernehmen“, sagt Gruber. „Zurzeit sind es im Schnitt vielleicht ein halber Spieler pro Jahr. Das ist auf Dauer zu wenig.“

Auch über die langfristige Entwicklung im Aktivenbereich müsse offen gesprochen werden. „Wenn sich die Zahlen nicht bessern, muss man irgendwann auch über eine gemeinsame erste Mannschaft nachdenken. Nicht aus Prestigegründen, sondern um den Spielbetrieb aufrechtzuerhalten.“

Verlässlich auch außerhalb des Sports

Das diesjährige Sportfest war gut besucht. Die Rückmeldungen waren durchweg positiv. Auch an der Kerwe ist der SV Gammelsbach wie jedes Jahr beteiligt. Zusätzlich organisiert die Mannschaft kleinere Veranstaltungen. Dazu zählen Fastnachtsabende und alle drei Jahre eine Schrottsammlung zur Unterstützung der Mannschaftskasse.

„Das stärkt das Miteinander und bringt dem Verein konkrete Hilfe. Ohne solche Dinge geht es nicht“, sagt Gruber.

Ein klarer Weg

Der SV Gammelsbach geht ruhig in die neue Saison. Die Strukturen stehen. Die Mannschaft ist eingespielt. Das Umfeld arbeitet verlässlich.

„Wir machen keine großen Versprechungen“, sagt Gruber. „Aber wir wissen, was wir können. Und wir wissen, worauf wir bauen können.“